Schwyzermatt Willisau

Schwyzermatt Willisau

Studienauftrag 1. Rang Teilzone Nord
Zeitraum
2021
AuftraggeberIn
Korporation Willisau
Landschaft
Oriri, Kehrsiten
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau
HUMMBURKART ARCHITEKTEN: Schwyzermatt Willisau

Die Stadt Willisau entwickelte sich in den letzten 150 Jahren aus einer befestigten Kleinstadt zum heutigen regionalen Zentrum mit urbanem Charakter. Die Ausdehnung geschah entlang der drei Zuflüsse Enziwigger, Buechwigger und Seewag. Im Tal der Enziwigger befinden sich der Hauptteil der neueren Wohnsiedlungen und auch die Parzelle "Schwyzermatt". Sie bildet den Übergang in die landwirtschaftlich geprägte Napfregion von Hügeln, Waldinseln, Wegen und Weilern.
Die verstreuten Siedlungen und Höfe sind charakteristisch für diese Landschaft. Sie bilden Gemeinschaften und sind durch ein feines Netz von kleinen Strassen miteinander verbunden.
Diese besondere Landschaft mit ihrer spezifischen Baukultur, als auch die nachfolgend formulierten Leitsätze bilden die Grundlage für den Entwurf der neuen Wohnsiedlung Schwyzermatt.

Leitsätze

Vielfalt: In der Wohnsiedlung Schwyzermatt sollen durch vielfältige Wohnformen und reichhaltige Angebote langfristige Perspektiven für sich verändernde Familiengefüge möglich sein und eine bunte Durchmischung der Bewohnerschaft und keine Schlafsiedlung mit einer gleichförmigen Alters- und Gesellschaftsstruktur entstehen.

Individualität und Gemeinschaft: Austausch und Rückzug sind in gleichem Masse wichtig. Die entsprechenden Aussenräume sollen sich demnach die Waage halten. Privatgärten ermöglichen individuelles Gestalten, Pflanzen und Erholen. Belebte, gemeinschaftliche Wohnhöfe und Spielstrassen bieten Raum zum Spielen und Treffen und der umfliessende Naturraum lässt das physische Naturerlebnis direkt vor der Haustür erleben.

Nachbarschaft und Begegnung: Wohnungseingänge orientieren sich auf Laubengänge und Plätze. Dies fördert Begegnung und unterstützt wertvolle Nachbarschaften.

Dichte und Weite: Durch die Baugruppierungen und Lauben entstehen Orte, welche einer dörflichen Dichte entsprechen und Geborgenheit vermitteln. Dieses Aneinanderrücken ermöglicht ausserhalb Freiraum und Weite.

Autofrei: Der motorisierte Verkehr ist innerhalb des Areals nur in Ausnahmefällen zugelassen. Die Einstellhalle soll mehrheitlich über die Laubengänge erschlossen sein.

Vertraut und zeitgenössisch: Die Architektursprache soll vertraute Bilder wecken und trotzdem im Hier und Jetzt verankert sein. So sollen wenige Materialien gezielt und dem ländlichen Kontext entsprechend verwendet werden.

Städtebau

Die Wohnsiedlung Schwyzermatt schafft für die Bewohnerinnen und Bewohner eine vertraute in der umgebenden Landschaft verwurzelte Bildwelt. Hausgruppen bilden kleine Gemeinschaften und Begegnungs- und Aufenthaltsorte. Über zwei Wegachsen sind sie mit weiteren Gemeinschaften verbunden und bilden so über das gesamte Areal ein Ganzes. Es entsteht ein allseits durchlässiger und offener Siedlungsraum. Die in Nord-Südrichtung verlaufenden Sichtachsen vermitteln zwischen der Hergiswilerstrasse im Norden und der Enziwigger mit seiner markanten Nagelfluhflanke im Süden.
Die drei- bis vierspännigen Häuser im Norden loten durch ihre versetzte Stellung die ganze Zonentiefe aus und ermöglichen attraktive Zwischen- und Zugangsräume und keinen hermetischen Abschluss zur Strasse. Der Weg von der Bushaltestelle in Richtung Stadtzentrum erhält an dieser Stelle eine Aufwertung. Ausgehend von den Zugängen der Mehrfamilienhäuser führen zwei Wege durch die Siedlungsgruppen von jeweils drei Häusern. Ein Laubengang verbindet die unterschiedlich positionierten Häuser und bildet die aussenliegende Erschliessung einer Dreiergruppe, ergänzt durch einen angemessen proportionierten Platz davor. Auf diese Weise entstehen überschaubare Gemeinschaften, welche über die beiden Wegachsen miteinander verbunden sind. Kleinere „Trampelpfade“ stellen zudem weitere Verbindungen her.

Landschaft

Die Struktur der neuen Wohnhäuser als auch deren Freiräume orientiert sich an der Philosophie der Gartenstadt. Durch die einzigartige Lage am Siedlungsrand spielte bei der Entwicklung der unterschiedlichen Räume das Landschaftserlebnis eine zentrale Rolle. Bewusst wird nach einer räumlichen Durchdringung von Siedlung und Landschaft gesucht. Mit dieser Verzahnung wird ein abwechslungsreiches Zusammenspiel zwischen den landschaftlich geprägten Grünräumen, den privaten Gärten und den beiden gemeinschaftlichen Wohnstrassen geschaffen.